Wenn Schnarchen die Beziehung belastet

Das Bett zu teilen ist nicht einfach nur ein Spruch, sondern für viele Paare ein wichtiger Teil ihrer Beziehung. Doch wenn ein Partner nicht mehr zur Ruhe kommt, weil laute Schnarchgeräusche störend wirken, kann dies die ganze Beziehung belasten. Auch die Libido kann durch das Schnarchen leiden.

Offenheit als wichtiger Faktor

Kurz anstoßen, umdrehen und versuchen, weiter zu schlafen – viele Paare kennen das: Es gibt einen Part, der schnarcht und einen Part, der das Schnarchen ertragen muss. Verzweifelt wird dann die Nase zugehalten, in die Seite gestoßen oder das Zimmer gewechselt. Doch was erst einmal lustig klingt, kann zu einer echten Belastungsprobe werden, denn Frust baut sich auf und das ist eine Grundlage für Streit, der oft keinen wirklichen Anlass hat. Durch die fehlende Tiefschlafphase auf beiden Seiten der Partner werden zudem Aggressionen aufgebaut. Diese entladen sich dann, wenn es zu Kleinigkeiten kommt, die eigentlich gar keine Diskussion nach sich gezogen hätten. Das heißt, Schnarchen kann in erster Linie unbewusst zu echten Beziehungsproblemen führen. Daher ist es wichtig, dass hier geredet wird.

Oft weiß der betroffene Schnarcher gar nicht, dass er schnarcht oder auch wie stark er schnarcht. Er ist darauf angewiesen, dass er einen Hinweis bekommt. Das heißt, der Partner muss offen über die Problematik sprechen, damit eine Lösung herbeigeführt werden kann. Das mag erst einmal Überwindung kosten, schließlich möchte man den Partner nicht vorführen. Wer jedoch mit Respekt spricht und deutlich macht, dass hier der Weg zum Arzt die einzige Lösung ist, der macht einen wichtigen Schritt in Richtung einer gesunden Beziehung.

Verlust der Libido und Depressionen

Schweres Schnarchen sowie ein ständig gestörter Schlaf können sich auch nachweislich auf die Libido auswirken. Wer ständig Rippenstöße bekommt, der findet keine Ruhe und so werden die Tiefschlafphasen immer wieder unterbrochen oder können gar nicht richtig eintreten. Das wirkt sich auf die Libido aus. In einer funktionierenden Beziehung spielt Sex jedoch meist eine wichtige Rolle. Wenn es hier also zu Problemen kommt, dann kann dies die Beziehung ebenfalls stark belasten. Das ist vielen Menschen jedoch nicht klar. Natürlich besteht ein Bewusstsein dafür, dass Schnarchen auf die Dauer nicht gut für die Gesundheit ist. Wie stark es sich aber wirklich auch auf das Körpergefühl auswirkt, ist nur wenigen Menschen klar.

Ebenfalls ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Beziehung sind Depressionen. Sie basieren nicht immer nur auf einem stressigen Alltag sondern auch auf fehlenden Erholungsphasen. Das heißt, wer nicht zur Ruhe kommt, sich nicht entspannen kann und nicht ausreichend Schlaf findet, der kann durchaus in Depressionen verfallen. Eine Beziehung mit einem depressiven Menschen zu führen ist jedoch eine echte Herausforderung – für beide Seiten. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass dem Schnarchen schon früh entgegengewirkt wird. Wer erste Anzeichen bemerkt, der sollte direkt den Weg zu einem Arzt suchen. Dieser wird überprüfen, ob es körperliche Ursachen für das Schnarchen gibt. Manchmal kann auch ein Lebenswandel helfen, das Schnarchen in den Griff zu bekommen. Faktoren, wie Übergewicht oder ein erhöhter Alkoholkonsum sind häufig der Auslöser für unruhige Nächte. Die Beratung durch den Arzt kann helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.